Neustadt – Weißstorch-Rekord in der Region Hannover: 204 Paare, 357 Jungstörche. Storchenpopulation in Neustadt auf Platz 2 – warum der Bestand 2026 wächst.
Kurz gefasst
- 204 besetzte Nester in der Region Hannover – so viele wie nie zuvor.
- Etwa 357 Jungstörche sind in dieser Saison zu erwarten.
- Wunstorf bleibt mit 60 Paaren die wichtigste Storchen-Hochburg.
Weißstorchbestand in der Region Hannover wächst weiter
Der Weißstorchbestand ist im Vergleich zum Vorjahr von 187 auf 204 Paare gestiegen. Das entspricht einem Plus von gut neun Prozent und liegt 17 Paare über dem bisherigen Rekordjahr 2025. Seit 1934 wird der Bestand in der Region erfasst.
Damals waren 55 Paare gezählt worden, 1988 erreichte die Entwicklung mit nur neun Paaren ihren Tiefststand. Heute zeigt sich ein ganz anderes Bild: Die Tiere besiedeln zunehmend auch Gebiete, in denen früher keine Weißstörche vorkamen.
Neustadt auf „Platz 2“ der Storchenpopulation
Die meisten Weißstorchpaare leben weiterhin in Wunstorf. Dort wurden 60 besetzte Nester gezählt, sieben mehr als 2025. Dahinter folgen Neustadt a. Rbge. mit 37 Paaren und Garbsen mit 17 Paaren.
Besonders stark ist der Bestand in Wunstorf in der Aueniederung rund um Bokeloh, Mesmerode und Idensen. Auch Springe gewinnt als Brutgebiet an Bedeutung: Dort sind inzwischen sechs Nester bekannt.
So erfolgreich war die Brut 2026
Von den 204 Paaren haben 147 erfolgreich gebrütet. 57 Paare, also 27,9 Prozent, blieben ohne Bruterfolg. Am Ende der Saison dürften rund 357 Jungstörche ausgeflogen sein, im Schnitt 1,75 Jungtiere je Paar.
Die meisten erfolgreichen Paare zogen zwei oder drei Junge groß. In zehn Nestern werden jeweils vier Jungstörche flügge, den Spitzenwert erreicht ein Brutpaar in Steinwedel mit fünf Jungstörchen.
Wetter, Nahrung und Zugverhalten beeinflussen den Bestand
Trotz eines insgesamt guten Nahrungsangebots fiel das Brutergebnis nicht höher aus. Dr. Reinhard Löhmer nennt dafür vor allem die nasse und kühle Witterung zur Zeit der Eisheiligen und der Schafskälte. Dadurch habe es relativ hohe Verluste bei den Jungen gegeben.
Gleichzeitig berichteten Landwirte von zahlreichen Mäusen im Grünland. Für Störche sei das grundsätzlich günstig, erklärte Löhmer, wenn das Wetter mitspiele. Hinzu kommt das veränderte Zugverhalten: Mehr als 70 Prozent der Brutvögel in der Region sind inzwischen Westzieher und überwintern häufig in Spanien oder schon in Mitteleuropa.
Beobachtungen aus der Bevölkerung bleiben wichtig
Auch der Einfluss der Vogelgrippe im Großraum Madrid fiel nach Einschätzung von Dr. Reinhard Löhmer geringer aus als befürchtet. Der starke Jahrgang 2024 habe mögliche Verluste offenbar ausgeglichen und zudem zum erneuten Anstieg der Brutpaare beigetragen.
Die Zahlen bleiben vorläufig. Mit wenigen Ausnahmen werden bis Anfang August alle Jungtiere ihre Nester verlassen haben. Weil immer mehr Störche in Bäumen brüten, wird die Erfassung schwieriger. Hinweise aus der Bevölkerung auf bislang nicht erfasste Nester können deshalb bei der Bestandserhebung helfen.
Wie geht es 2027 weiter?
Für das kommende Jahr rechnet Dr. Reinhard Löhmer grundsätzlich mit weiterem Zuwachs. Grund dafür ist der ebenfalls starke Jahrgang 2025. Bremsen könnten die Entwicklung jedoch Seuchen oder Naturkatastrophen.
















