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Neustadt an der Waldnaab
Sonntag, 26. April 2026
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Jahresübung der Regionsfeuerwehrbereitschaft mit Waldbrand und Unfall

Jahresübung der Regionsfeuerwehrbereitschaft: 147 Einsatzkräfte der Feuerwehr proben Ernstfall mit Drohne, Rettung und Unfalllage
Jahresübung der Regionsfeuerwehrbereitschaft 1 in Samswegen. Foto: Regionsfeuerwehr

Neustadt – Jahresübung der Regionsfeuerwehrbereitschaft: 147 Einsatzkräfte der Feuerwehr proben Ernstfall mit Drohne, Rettung und Unfalllage.

Großübung nahe Magdeburg

Am heutigen Samstag, den 25. April 2026, hat die Regionsfeuerwehrbereitschaft 1 ihre Jahresübung absolviert. Die Einheit besteht aus Kräften der Städte Garbsen, Neustadt am Rübenberge und Wunstorf. In diesem Jahr führte der Weg in die Gemeinde Niedere Börde nahe Magdeburg, genauer in den Ort Samswegen.

Anreise und Aufbau

Schon in den frühen Morgenstunden sammelten sich die Einsatzkräfte am Feuerwehrzentrum in Neustadt. Von dort ging es im geschlossenen Verband über die Bundesstraße 6 und die Autobahn 2 zum Übungsort. Auf halber Strecke legte die Kolonne einen technischen Halt ein, damit Fahrer wechseln und die Fahrzeuge überprüft werden konnten.

Nach der Ankunft wurde im nahegelegenen Meseberg der Bereitstellungsraum eingerichtet. Nach einer kurzen Stärkung begann die Übung.

Waldbrand als Ausgangslage

Das Szenario sah einen großflächigen Waldbrand bei Samswegen vor. Weil sich die Lage dynamisch entwickelte und umliegende Feuerwehren parallel gebunden waren, wurde in der Übung eine Feuerwehrbereitschaft aus Niedersachsen nachgefordert.

Die Kräfte aus der Region Hannover wurden direkt durch die örtliche Feuerwehr eingesetzt. Sie unterstützten die Vegetationsbrandbekämpfung mit D-Schläuchen und Handwerkzeugen. Eine besondere Herausforderung war die unzureichende Wasserversorgung. Mehrere Tanklöschfahrzeuge stellten diese im Pendelverkehr von einem Tiefbrunnen zur Einsatzstelle sicher.

Zusätzlich bauten die Feuerwehrkräfte eine umfangreiche Wasserförderung auf. Über Faltbehälter, leistungsstarke Pumpen und rund 700 Meter Schlauchleitung gelangte Löschwasser bis an den Brandort. Die eingesetzten Tiefbrunnen konnten bis zu 10.000 Liter Wasser pro Minute fördern.

Drohne findet vermisste Person

Um das Feuer einzudämmen, wurde eine sogenannte Riegelstellung aufgebaut, damit sich die Flammen nicht weiter ausbreiten. Später musste außerdem eine vermisste Person gesucht werden. Diese wurde mithilfe einer Drohne mit Wärmebildkamera lokalisiert und gerettet. Parallel löschten die Einsatzkräfte mehrere kleinere Spotfeuer.

Während des gesamten Einsatzes unterstützte eine weitere Drohne die Einsatzleitung mit Live-Bildern. Diese wurden über eine Distanz von rund 2,5 Kilometern übertragen.

Zusätzlicher Unfall mit eingeklemmten Insassen

Zur Erweiterung des Übungsspektrums wurde außerdem ein Verkehrsunfall mit drei beteiligten PKW simuliert. Insgesamt galten vier Menschen als verletzt, darunter drei eingeklemmte Insassen. Sie mussten mit hydraulischem Rettungsgerät aus den Fahrzeugen befreit werden. Die medizinische Erstversorgung übernahm die Schnelleinsatzgruppe des Deutschen Roten Kreuzes Neustadt.

147 Feuerwehrkräfte im Einsatz

Insgesamt arbeiteten fünf Fachzüge in der Übung zusammen: Brandbekämpfung, Technische Hilfeleistung, Wassertransport, Vegetationsbrandbekämpfung sowie Versorgung/Logistik und Eigenschutz. Der Bereich Versorgung und Eigenschutz richtete mehrere Zelte mit Feldbetten zur Unterbringung der Einsatzkräfte ein und stellte mit einer mobilen Küche die Verpflegung sicher. Unterstützt wurde die Führung durch eine Führungsgruppe mit Einsatzleitwagen, Drohne und Motorrädern.

Unter der Leitung von Martin Höflich nahmen 147 Feuerwehrkräfte mit 37 Fahrzeugen sowie Kräfte des DRK Neustadt an der Übung teil.

Neue Struktur erstmals im Einsatz

Erstmals trat die Einheit in ihrer neuen Struktur als Feuerwehrbereitschaft Niedersachsen, kurz FB NDS, an. Diese Organisationsform stellt höhere Anforderungen an Personal, Ausstattung und Durchhaltefähigkeit, besonders mit Blick auf eine eigenständige Einsatzdauer von mindestens 48 Stunden.

„Dies wurde aber ohne Probleme geleistet”, resümierte Höflich. „Es war eine interessante Übung mit der neu strukturierten Bereitschaft.”

Auch der stellvertretende Regionsbrandmeister Nils Wellmanns zog ein positives Fazit. Er bezeichnete die Bereitschaft als „Blaupause für zukünftige Feuerwehrbereitschaften Niedersachsen in den anderen Abschnitten der Region Hannover”. Zudem dankte er allen Beteiligten für die engagierte Teilnahme.

Die Planung und Organisation lagen in den Händen von Jens Adamski sowie den Kameraden der Feuerwehr Samswegen. Die Rückverlegung der Einsatzkräfte nach Neustadt ist für Sonntag gegen 12 Uhr vorgesehen.

NCN/rw – Jahresübung der Regionsfeuerwehrbereitschaft