Neustadt – Hölty-Liederabend und Ausstellung in Mariensee: Am 13.09.2026 gibt es im Kloster eine Ausstellung, ein Konzert mit Benjamin Bruns. Eintritt frei.
Mariensee erinnert an Ludwig Hölty
Im Kloster Mariensee steht am 13. September 2026 alles im Zeichen von Ludwig Christoph Heinrich Hölty. Zum 250. Todestag des Dichters am 1. September beginnt um 15.00 Uhr eine Ausstellung zu seinem Leben und Wirken, um 16.00 Uhr folgt in der Klosterkirche ein Liederabend. Im Mittelpunkt steht Höltys enge Verbindung zu Mariensee, wo er 1748 geboren wurde und immer wieder Inspiration fand.
Ausstellung im Kloster zeigt Leben und Werk
Die Ausstellung trägt den Titel „Ludwig C. H. Hölty – Dichtergenie aus Mariensee“ und widmet sich dem Leben und Werk des Dichters. Entworfen und gestaltet wurde sie von Thorsten Keil aus Büren, der dafür aufwendig recherchiert hat. Anhand von Tafeln und Exponaten erfahren Besucher mehr über Höltys Weg als Dichter, Übersetzer und Mitbegründer des Dichterbundes „Der Hain“.
Der Rundgang ordnet Hölty in die literarische Epoche der Empfindsamkeit ein und zeigt, wie stark seine Gedichte von Natur und Gefühl geprägt sind. Auch die Wirkung seiner Texte auf die Musik des 18. und 19. Jahrhunderts wird beleuchtet. Die Eröffnung der Ausstellung übernimmt am 13. September 2026 um 15.00 Uhr ihr Autor Thorsten Keil.
Liederabend mit Benjamin Bruns und Jan Katzschke
Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung folgt um 16.00 Uhr der Hölty-Liederabend in der Klosterkirche Mariensee. Dafür konnte mit Benjamin Bruns eine der bekanntesten Tenorstimmen gewonnen werden. Der gebürtige Hannoveraner singt auf großen Opern- und Konzertbühnen in Wien, Berlin, Mailand, Tokio, Amsterdam und Paris.
Erst im Sommer feierte er große Erfolge als „Erik“ im „Fliegenden Holländer“ bei den Wagner-Festspielen Bayreuth. Am Klavier begleitet ihn der Neustädter Organist und Dirigent Jan Katzschke. Beide kennen sich bereits seit der Zeit, als Benjamin Bruns Mitglied des Knabenchores Hannover war, und arbeiten seitdem immer wieder zusammen.
Höltys Leben zwischen Mariensee, Göttingen und Hannover
Ludwig Christoph Heinrich Hölty starb am 1. September 1776 in Hannover. Geboren wurde er am 21. Dezember 1748 in Mariensee als Sohn des dortigen Pastors. Später entschied er sich während des Theologiestudiums in Göttingen gegen das Pastorenamt und für die Dichtkunst.
Zusammen mit Gleichgesinnten gründete er den „Hainbund“, der seine Epoche mitprägte. Zeitgleich mit Goethes Wirken in Weimar wurde Hölty in Norddeutschland zum Inbegriff des Dichters der Empfindsamkeit. Seine Themen waren persönliche Gefühle, Naturbeobachtung und die unerfüllte Liebe.
Stimmen aus Neustadt am Rübenberge
Bürgermeister Dominic Herbst würdigt Höltys Herkunft aus Mariensee und seine literarische Bedeutung. Er sagt: „Sein Geburtsort Mariensee, dem Hölty eine ,dichterische angenehme Lage` bescheinigte und in den er immer wieder zurückkehrte, war ein steter Quell seiner Dichtung. Mariensees ,Gehölze und Kornfelder und Wiesen`, die ihn rund zwei Drittel seines kurzen Lebens umgaben, prägten die ländliche Bildwelt seiner klangvollen Verse. Dass Hölty als einer der bedeutendsten Odendichter deutscher Sprache aus der vermeintlichen Enge eines kleinen Dorfes ein Werk von bleibender Weite schuf, ist ein eindrucksvolles Vermächtnis – und für Mariensee wie für unsere ganze Stadt ein Grund, mit Stolz an ihn zu erinnern.“
Auch Höltys Verbindung zur Musik spielt in Mariensee eine besondere Rolle. Seine Verse wurden schon zu Lebzeiten vertont, später griffen Komponisten wie Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert, Ludwig van Beethoven, Felix Mendelssohn, Fanny Hensel und Johannes Brahms seine Texte auf. Zu seinen bekanntesten Werken zählt „Der alte Landmann an seinen Sohn“ mit den Worten „Üb immer Treu und Redlichkeit“.
Tag des Offenen Denkmals im Kloster Mariensee
Der Hölty-Abend ist Teil eines Programms zum „Tag des Offenen Denkmals“ am 13.09.2026 im Kloster Mariensee. Bereits um 13 Uhr wird das restaurierte Dach-Kruzifix vorgestellt, um 14 Uhr folgt die Führung „Reise in die Vergangenheit – Was alte Gebäude uns erzählen“ im Klostermuseum. Neben der Hölty-Ausstellung und dem Konzert sind von 14 bis 18 Uhr auch die Stickwerkstatt, die Kaffeetafel der Landfrauen, die Klostergärten und das Klostermuseum geöffnet.
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.
NCN/aw – Hölty-Liederabend in Mariensee

















